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Embryonenspende

22.3.2016, Berlin

Heute hat der Deutsche Ethikrat eine Stellungnahme zur Embryonenspende abgegeben. Seit 2013 wird in Deutschland die Embryonenspende praktiziert. Sie ist nicht verboten, aber auch nicht geregelt. Für eine Embryonenspende kommen nur sogenannte „überzählige Embryonen“ in Frage, die im Zusammenhang mit einer künstlichen Befruchtung (In-vitro-Fertilisation) entstanden sind und der genetischen Mutter nicht mehr eingepflanzt werden.

Aus dem Embryonenschutzgesetz wurde ursprünglich für die Praxis die „Dreierregel“ abgeleitet, wonach für einen Zyklus drei Vorkernstadien zu Embryonen weiterentwickelt werden, die dann der Frau eingepflanzt werden. Heute wird häufig eine erweiterte Interpretation der Dreierregel angewandt, in der von den handelnden Therapeuten argumentiert wird, dass nicht alle zu Embryonen entwickelten Vorkernstadien für eine Einpflanzung geeignet sind, weil sie nicht weiter entwicklungsfähig seien. Deshalb müsse man mehr als drei Embryonen entwickeln, um drei geeignete Embryonen einpflanzen zu können.

So entstehen aber doch von Fall zu Fall auch „überzählige Embryonen“. Die genetischen Eltern können verfügen, ob diese überzähligen Embryonen für eine nächste Behandlung oder auf unbestimmte Zeit kryokonserviert werden, sie getötet werden, oder zur Embryonenspende freigegeben werden.

Die Entstehung überzähliger Embryonen nur zum Zweck der Optimierung der Erfolgsaussichten einer In-vitro-Fertilisation wird nach Ansicht Vieler der Menschenwürde des neuen Lebens nicht gerecht. Deshalb sollte wieder zu einer Einhaltung der strikten Dreierregel übergegangen werden.

Auch wenn es gilt überzählige Embryonen zu vermeiden, weil damit für das entstehende Kind in einer multi-Elternbeziehung und derzeit ungeklärter Rechtslage viele Herausforderungen verbunden sind, so gibt es diese Embryonen. Und sie haben nur eine Chance leben zu dürfen, wenn sie gespendet werden und einer Empfängermutter eingepflanzt werden. Es stellt sich also die Frage: Sollten sie nicht eine Chance zum Leben erhalten?

Überzählige Embryonen sind wie auch immer gewertet heute bereits eine Tatsache. Überzählige Embryonen sind auch menschliches Leben. Auch wenn viele die Beweggründe, dass es überzählige Embryonen gibt nicht gutheißen, müssen diese doch zur Kenntnis genommen werden. Jedes menschliche Leben, einmal existent, trägt die Würde Gottes.

Wir sind für das Leben – für das Leben von Anfang an.

Es ist gut, dass mit der Stellungnahme des Deutschen Ethikrates der Gesetzeber aufgefordert wird, einer aktuell bereits praktizierte Methode einen gesetzlichen Rahmen zu geben.